Fixkosten: Definition, Berechnung & Beispiele

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Was sind Fixkosten und welche Bedeutung haben sie für ein Unternehmen? Nachfolgend findest du eine ausführliche Erklärung sowie einprägsame Beispiele für fixe Kosten und erfährst des Weiteren, wie du diese berechnen kannst.

Fixkosten: Definition

Die Gesamtkosten eines Unternehmens setzen sich aus fixen und variablen Kosten zusammen. Dabei sind die Fixkosten konstant anfallende Ausgaben, deren Höhe nicht von der Auftragslage beziehungsweise dem Produktionsvolumen abhängt. Sie fallen regelmäßig – also monatlich oder pro Quartal – an und müssen durch den Deckungsbeitrag gedeckt werden. Beim Deckungsbeitrag handelt es sich um den Betrag, der für das Begleichen der Fixkosten zur Verfügung stehen soll.

In der Regel beinhalten die fixen Kosten die Miete für Büroräume oder Produktionsflächen, vertragliche Vereinbarungen wie Lohnauszahlungen oder anderweitige Verpflichtungen. Auch die Stromrechnung oder die Leasingrate für einen Transporter zählen zu den Fixkosten.

Fixkosten zählen zu den Gemeinkosten, da sie nicht auf eine Kostenstelle umgelegt werden können. Sie fallen unabhängig von der Auslastung oder der Menge der hergestellten Produkte an – auch im Falle von Produktionsausfällen. Egal also, wie gut (oder schlecht) ein Unternehmen dasteht; auf der Ausgabenseite fallen auf jeden Fall die Fixkosten an.

Beispiele für Fixkosten

Ein Beispiel für Fixkosten stellt die Betriebskostenabrechnung einer Firma dar. Die Betriebskosten können sich zwar abhängig von der Jahreszeit ändern, werden aber ansonsten nicht vom Angebot des Unternehmens oder der Nachfrage seiner Kunden beeinflusst. Beispielhaft können wir die Mietzahlungen eines Kölner Dienstleistungsunternehmen betrachten. Das Unternehmen zahlt für seine Büroräumlichkeiten in der Kölner Innenstadt monatlich 10.000 Euro. Natürlich bleiben die Mietkosten von Monat zu Monat gleich hoch – unabhängig davon, ob die Nachfrage nach den Dienstleistungen des Unternehmens steigt oder sinkt. Fixkosten verändern sich in der Regel nur dann, wenn es zu einer Vertragsänderung – in diesem Fall des Mietvertrags – kommt. Beispielsweise können sich die Kosten für die Miete verändern, wenn das Unternehmen ein anderes Gebäude oder eine andere Etage bezieht.

Zu den klassischen Fixkosten zählen häufig folgende Posten:

  • Mietkosten für Geschäfts- und Büroräume sowie Produktions- und Lagerräume
  • Lohnkosten für Mitarbeiter:innen
  • Telekommunikations- und IT-Kosten
  • Kosten für Versicherungen
  • Kosten für lineare Abschreibungen
  • Wartungskosten
  • Leasingkosten für Computer oder Fahrzeuge
  • Zinsen für Kredite
  • Kosten für die Gebäudereinigung
  • Kosten für Steuerberatung

Berechnung der Fixkosten

Für Unternehmen ist das regelmäßige Berechnen der Fixkosten aus Gründen der wirtschaftlichen Kontrolle äußerst wichtig. Schließlich führen dauerhaft zu hohe Fixkosten zu einer Verschlechterung der Liquidität. Die Fixkostenanalyse hilft, kostenintensive Unternehmensbereiche zu identifizieren – und gegebenenfalls nötige Einsparungsmaßnahmen einzuleiten.

Für die Fixkostenberechnung nimmt man eine Kostenstellenanalyse vor. Diese hilft dabei, schnell zu erkennen, welches die höchsten fixen Kosten sind. Du erhältst die Höhe der fixen Kosten eines Unternehmens ganz einfach, indem du, von der Gesamtkostenfunktion ausgehend, die variablen Kosten von den Gesamtkosten abziehst:

Gesamtkosten = Fixkosten + variable Kosten

Fixkosten = Gesamtkosten – variable Kosten

Formel Fixkosten
Formel Fixkosten

Während sich diese Art der Fixkosten-Berechnung sehr gut für Privathaushalte eignet, wird im Unternehmen schnell klar, dass stärker zwischen variablen und fixen Kosten unterschieden werden muss. Dafür kannst du das sogenannte Schichtkostenverfahren einsetzen:

1. Schätzung der mindestens und höchstens zu erwartenden Leistung innerhalb eines festgelegten Zeitraums sowie die dafür anfallenden Kosten:

Mindestleistung: Löhne für 1.000 Stück = 4.000 Euro Kosten
Höchstleistung: Löhne für 2.000 Stück = 8.000 Euro Kosten

2. Um die Schichtkosten zu erhalten, ermittelst du die Differenz beider Leistungen und ihrer Kosten:

2.000 Stück – 1.000 Stück = 1.000 Stück
8.000 Euro – 4.000 Euro = 4.000 Euro

3. Wenn du die Schichtkosten durch die Schichtleistung dividierst, erhältst du die durchschnittlichen Stückkosten:

4.000 Euro / 1.000 Stück = 4 Euro/Stück

4. Multipliziere nun die zu produzierende Warenstückanzahl (zum Beispiel 10.000 Stück) mit den errechneten Stückkosten. Du erhältst die variablen Kosten.

10.000 Stück * 4 Euro = 40.000 Euro

5. Um die fixen Kosten zu berechnen, subtrahiere diesen Betrag von den Gesamtkosten:

75.000 Euro – 40.000 Euro = 35.000 Euro

Folgen zu hoher Fixkosten

Zu hohe fixe Kosten – gleichbedeutend mit vielen fixen, finanziellen Verpflichtungen – können für Unternehmen das Risiko erhöhen, zahlungsunfähig zu werden. Wenn die Produktions- und Verkaufszahlen sinken, aber die Fixkosten dieselben bleiben oder sich sogar erhöhen, lässt sich der Gesamtumfang der Fixkosten unter Umständen nicht mehr decken. Wer Rechnungen nicht bezahlen kann, muss mit Mahnungen und im schlimmsten Fall Gerichtsverfahren rechnen. In gravierenden Fällen droht die Insolvenz.

Unterschied zwischen Fixkosten und variablen Kosten

Fixe und variable Kosten machen gemeinsam die Gesamtkosten eines Unternehmens aus und werden separat ausgewiesen. Im Unterschied zu Fixkosten handelt es sich bei variablen Kosten um Betriebsausgaben, die sich mit dem Produktionsvolumen verändern. Zu dieser Kostenart gehören zum Beispiel Materialkosten oder die Kosten, die durch das Beschäftigen von Mitarbeiter:innen (Lohnauszahlungen) entstehen. Die variablen Kosten erhöhen sich zum Beispiel, wenn ein Unternehmen durch die steigende Nachfrage seiner Produkte einen erhöhten Produktionsbedarf erlebt und deshalb mehr Material kaufen und weitere Arbeitskräfte einstellen muss.

Zu den typischen variablen Kosten in Unternehmen gehören die durch die Produktion entstehenden Stromkosten. Diese können nicht zu den Fixkosten gezählt werden, da ihre Höhe sich nach der Größe der produzierten Stückzahl richtet. Doch Achtung: Hierbei handelt es sich um den variablen Teil der Energiekosten. Die Grundgebühr, die die Energieversorger einfordern, gehört zu den Fixkosten. In der Kalkulation sieht das wie folgt aus: Man rechnet die Stromkosten für die Beleuchtung und die in der Verwaltung eingesetzten technischen Geräte (zum Beispiel PCs und Drucker) zu den Fixkosten. Die in der Fertigung anfallenden Energiekosten dagegen werden den variablen Kosten zugeordnet.

Ebenfalls zu den variablen Kosten gehören die Kosten für benötigte Rohstoffe. Diese werden nicht den fixen Kosten angerechnet, da ihr Einkaufspreis sich nach der bestellten Menge richtet und diese von Monat zu Monat – und je nach Auftragslage – variieren kann.

Der Vorteil bei der Kalkulation von Fixkosten: Da sie in der Regel gleichbleibend hoch sind, lassen sie sich im Unterschied zu den veränderlichen Kosten recht langfristig kalkulieren. Die Höhe der variablen Kosten dagegen richtet sich nach dem Ertrag des Unternehmens. Ein weiterer Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten: Variable Kosten sind nicht in jedem Fall Gemeinkosten, sondern lassen sich zum Teil bestimmten Kostenstellen zuordnen. Hinzu kommt, dass sich die variablen Kosten einfacher und flexibler beeinflussen lassen als die Fixkosten.

Weitere fixe Kosten

Die sogenannten intervallfixen beziehungsweise sprungfixen Kosten sind Ausgaben, die sich für eine bestimmte Zeit auf einer gleichbleibenden Höhe bewegen, plötzlich ansteigen und auf dieser Höhe verbleiben. Der Grund für einen solchen Kostenanstieg kann zum Beispiel der Kauf einer Maschine sein – beispielsweise wenn die erforderliche Stückzahl steigt und die bisherige Maschine den Produktionsbedarf nicht mehr deckt.

Gehen wir davon aus, dass die neu angeschaffte Maschine zusätzliche Kosten von 500 Euro verursacht, bewegen sich die sprungfixen Kosten auf der Höhe der Kosten für die alte Maschine plus 500 Euro. Die Höhe der sprungfixen Kosten bleibt auf diesem Niveau – auch wenn die Maschine nur wenige zusätzliche Stücke produziert. Sollten die zusätzlich entstandenen fixen Kosten nicht durch höhere Umsätze wettgemacht werden, kann diese Tatsache das Unternehmen unter Umständen in die Fixkostenfalle führen. Im schlimmsten Fall macht das Unternehmen aus diesem Grund sogar Verluste.