Meldebestand: Definition, Formel & Berechnung

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Meldebestand: Definition, Formel & Berechnung

Der Meldebestand ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl aus dem Bereich des Lagerwesens. Sie kennzeichnet die Menge an Waren oder Artikeln, bei deren Erreichen eine Bestellung ausgelöst wird. Grundlage ist ein im Unternehmen definierter Mindestbestand und ein Sicherheitspuffer, der für den Bestell- und Lieferzeitraum eingerechnet werden muss. Legst du einen Meldebestand fest, ist einerseits die ausreichende Bevorratung für eine ungestörte Leistungserstellung gewährleistet und gleichzeitig verhinderst du einen zu hohen Lagerbestand. Mit Hilfe dieser Kennzahl kannst du deinen Lagerbestand optimieren. Sie wird also weniger für die Auswertung der betrieblichen Prozesse durch das Controlling eingesetzt, sondern dient der aktiven Steuerung des Bestellwesens.

Die Bedeutung eines Meldebestandes

Jeder unvorhergesehene Stillstand in der Leistungserbringung kostet Geld. Daher musst du Ausfälle, die durch eine unzureichende Versorgung mit Vorprodukten oder Teilen entstehen, natürlich unbedingt vermeiden. Betrachtet man die einzelnen Mengen innerhalb eines Lagers, die eine Bestellung in Gang setzen, so sind verschiedene Vorgehensweisen möglich:

Bestellung nach vollständigem Verbrauch des Materials

Diese Vorgehensweise kann nur angewendet werden, wenn die Leistungserstellung so flexibel ist, dass ein Fehlen einzelner Komponenten sich nicht bemerkbar macht. Denkbar wäre das bei sehr flexiblen Fertigungsabläufen oder bei einer sehr breiten Produktpalette. Werden zum Bespiel Werkstücke in verschiedenen Gehäusefarben montiert und die roten Gehäuse sind nicht mehr auf Lager, so werden erst die vorhandenen Gehäuse in anderen Farben verbaut – die Fertigung wird nicht gestört.

Bestellung bei Erreichen eines Mindestbestandes

Bei Gütern, die ohne großen Aufwand beschaffbar sind, reicht eine Bestellung aus, wenn der Bestand nur noch kurze Zeit reicht. Dafür legst du einen Mindestbestand fest. Das eignet sich für Vorräte, die von verschiedenen Zulieferern eingekauft werden könnten und unbegrenzt zur Verfügung stehen. So kannst du bestimmte Kleinteile, wie Schrauben, Muttern oder Dichtringe für eine Endmontage in jedem beliebigen Baumarkt nachkaufen, sollte der Stammlieferant nicht rechtzeitig liefern können.

Bestellung bei Unterschreiten des Meldebestandes

Für besonders kritische Vorräte lohnt sich die Definition eines Meldebestandes, der so dimensioniert ist, dass die Fertigung stets gesichert ist. Das gilt vor allem für solche Güter, die du nur bei bestimmten Lieferanten erhalten kannst, die erhebliche Lieferzeiten und einen hohen Einkaufspreis haben. Mit einem Meldebestand hältst du immer die Balance zwischen einem ausreichenden Lagerbestand und dem damit gebundenen Kapital.

So lässt sich der Meldebestand berechnen

Um den Meldebestand zu ermitteln, benötigst du einen direkten Einblick in die Abläufe der Bevorratung deines Unternehmens. Die Bilanz oder eine Gewinn- und Verlustrechnung helfen dir hier nicht. Du musst wissen, welchen Bestand du mindestens im Lager brauchst (Mindestbestand) und wie lange du benötigst, um ihn wieder aufzustocken. Berücksichtige hier auch die Tage, die du intern im Bestellprozess brauchst. Außerdem musst du die Lieferzeit deines Lieferanten kennen und wissen, wie lange der Transport braucht.

Die Meldebestand-Formel

Tagesverbrauch * Lieferzeit + Mindestbestand = Meldebestand

Ein Hersteller für Elektrofahrräder geht zum Beispiel so vor, wenn er für die eingebauten Akkus den Meldebestand berechnen möchte:

  • Mindestbestand: 500 Stück
  • Tagesverbrauch in der Montage: 100 Stück
  • Bestelldauer:
    • Interne Bearbeitungszeit: 1 Tag
    • Lieferzeit des Lieferanten: 14 Tage
    • Lieferung durch die Spedition: 3 Tage
    • Bestelldauer gesamt: 18 Tage

Meldebestand = 100 Stück * 18 + 500 Stück = 2.300 Stück

Mindest- und Meldebestand ermitteln die Verantwortlichen im Lager immer mit dem Blick auf die vorhandenen Kapazitäten und Bestellungen. Je besser du diese Vorgänge optimierst, desto geringer sind deine Lagerkosten. Hier lohnt sich auch der Einsatz einer guten Software, wie etwa eines Warenwirtschaftssystems.